ab 200€ freier Versand in Deutschland
ab 500€ freier Versand in der EU
steuerfreier Einkauf außerhalb der EU

Berner Anker

erstellt von Thomas Buckingham
Mitwirkende: Marc Thompson


Achtung WARNING!
 Please always consider our notes and the disclaimer using the content of this article!

Der Berner Anker ist eine einfache und schnelle Möglichkeit die Länge einer Industrieschlinge anzupassen. Er erlaubt die stufenlose Verkürzung und Verstellung der Schlinge während des Aufbaus, direkt am Verankerungsobjekt. Zudem ist er aufgrund seiner Einfachheit leicht durch weitere Personen überprüfbar. Dies sind die wichtigsten Vorteile gegenüber anderen Verkürzungsvarianten von Industrieschlingen, welche in der Vergangenheit vorgestellt wurden.

Der Berner Anker erlaubt es den Schlingenwinkel während des Aufbaus auf praktische Art einzustellen, so dass die Kräfte auf die Ankerpunkte (insbesondere Bäume) und auch das Material (Schäkel oder gut dimensionierte Schraubglieder) minimal gehalten werden. Durch die Verkürzungen der Industrieschlinge bleibt diese bei geschickter Winkelwahl an Ort und Stelle und fällt bspw an einem Baum nicht mehr nach unten. Der Berner Anker funktioniert auch an Blöcken oder Infrastruktur. Ein Baumschutz oder Padding bei Blöcken ist in jedem Fall Pflicht.

Beim Berner Anker wird die Industrieschlinge wie beim Ankerstich gefädelt. Danach wird sie um den Baum gezogen bis zum erwünschten Schlingeninnenwinkel (ideal sind 45-90 Grad). Achte darauf, dass die Umlenkung auf dem Baum aufliegend platziert ist! Im nächsten Schritt wird ein Schäkel gekreuzt eingehängt (wie bei einer Ausgleichsverankerung) und zum Schluss wird das Ende der Industrieschlinge in den Schäkel gelegt (siehe Video).

Der Berner Anker findet somit Anwendung, wenn eine Industrieschlinge

•    zu kurz ist um den Baum zweimal zu umfassen.

•    zu lang ist, so dass Verbindungsstelle und/oder das Spannmittel zu weit vom Baum entfernt sind

Dies bewirkt:
- unnötige Reibung auf den Baumschutz und
- unnötige Schwingungen, welche das Begehverhalten der Slackline stören.

 

checkEs empfiehlt sich ab Spannungen von ungefähr 4-5 KN ein Schlingeninnenwinkel von 45-90 Grad zu wählen.

 

crossKarabiner werden im Berner Anker aufgrund der Dreiecksbelastung und der breiten Auflagefläche der Schlingen nicht empfohlen.

 

AchtungBeachtet werden muss, dass die Umlenkung der Industrieschlinge auf dem Baum, Stein etc. aufliegt, damit diese sicher nicht rutschen kann. Dies ist aber in den meisten Fällen kein Problem, da der Berner Anker nur eine sinnvolle Anwendung hat, falls genau dieser Fall zutrifft. Dieser Umlenkungspunkt ist aber auch der einzige Nachteil beim Berner Anker: Es entsteht eine lokale Druckspitze welche insbesondere bei der Umschlingung von Blöcken vor scharfen Kanten geschützt werden muss. Solche Druckspitzen entstehen aber auch bei fast allen anderen Verkürzungstechniken. 

 

3aebad05-9643-4c67-a37e-dbd3ab7189d3

Umlenkung muss auf dem Baum aufliegen

Seit 2008 ist noch kein Berner Anker gerutscht. Er wurde in unzähligen Einsteigersets, Jumplines, Longlines und Highlines eingesetzt. Das gekreuzte Einhängen des Verbindungsmittels wurde es im schlimmsten Fall nicht erlauben, dass sich der Anker vollständig löst. Der Berner Anker wurde bis 7 Tonnen gezogen, ohne dass er rutschte oder die Schlinge Verschleissspuren zeigte. Der Test wurde abgebrochen, da wir den Baum nicht unnötig malträtieren wollten.

be145244-e909-4cbd-8970-a29a466ac766

Berner Anker von oben

Der Berner Anker wurde in Bern (Schweiz) im Sommer 2008 von Thomas Buckingham entwickelt und hat sich schnell verbreitet und etabliert. Das Problem damals war, dass bei den oldschool Tricklines die Ratschen bei zu langen Industrieschlingen weit draussen mitgeschwungen sind. Unterdessen findet der Berner Anker breite Anwendung in der Schweiz und vermehrt auch in Österreich und Deutschland.

If you have questions or feedback, feel free to use the comment section below. Your ideas might be interesting for others too and we will be happy to answer them.

Tags: gear

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.