ab 200€ freier Versand in Deutschland
ab 500€ freier Versand in der EU
steuerfreier Einkauf außerhalb der EU

Slackline Trickline

Aller Anfang ist schwer. Und wer die ersten Schritte auf der Slackline laufen kann, fragt sich was danach kommt. Willkommen beim Tricklinen  (auch Jumplinen). Alle Tricks fordern hohe Konzentration und gutes Einschätzungsvermögen der eigenen Fähigkeiten um die Kontrolle zu behalten und Unfälle zu vermeiden. Zwar spielen wir mit der Line, doch hat sie durch die hohe Spannung auch das Potenzial uns von ihr zu werfen.

trick-artic1Prinzipiell kann man fast jeden Trick auf jeder Slackline ausführen. Dennoch wird das Tricklinen eher auf kurze  (10-20m) und niedrige  (max. 1m) Lines  aufgrund der hohen Verletzungsgefahr beschränkt. Der genaue Charakter der Slackline hängt von den Fähigkeiten, Vorlieben und Gewohnheiten des Slackliners ab. Je nach Bandmaterial (Dehnung und Breite), Länge, Spannung und Aufbau (Höhe, Spannsystem) verhält sich die Slackline unterschiedlich und beeinflusst damit das Lauf- und Sprungverhalten. Mal ist sie unruhiger, mal stabiler. Mal verzeiht sie eine Unachtsamkeit, manchmal fordert sie ihren Tribut. Hohe und weite Sprünge oder große Amplituden beim Surfen, optimale Trickperformance erfordert ein individuelles justieren der Line nach persönlichen Kriterien.

Das Bandmaterial kann man grob in dynamisches und statisches unterteilen. Der Unterschied liegt in der Dehnung begründet. Das dynamische (oft Schlauchband aus Polyamid wie z.B. unser Matrix Tricklineband) dehnt sich deutlich mehr und fühlt sich beim Slacklinen wie ein frischer, weicher Kaugummi an und ist im allgemeinen schwerer zu kontrollieren – gut geeignet für weite, harmonische Amplituden beim Surfen. Das statische Material (oft Flachband aus Polyester) , dehnt sich deutlich weniger und macht im Vergleich den Eindruck eines verbrauchten, harten Kaugummis – gut geeignet für präzise Sprünge und Landungen, die Line reagiert härter und direkter.

Die Spannung des Bandes spielt bei den Tricklines eine wesentliche Rolle. Allgemein erleichtert sich die Ausführung der meisten Tricks mit zunehmender Spannung, weil die Slackline dadurch weniger zum Schwingen neigt und somit kontrollierbarer ist. Gerade für Sprünge ist eine hohe Spannung und damit eine hohe Dynamik von entscheidender Bedeutung. Lange Flugphasen und damit Zeit für Rotation und Bewegung werden dadurch ermöglicht. Aber auch die Härte sowie Scharfkantigkeit der Line nehmen zu und erhöhen dabei das Risiko für Schürfwunden, blaue Flecken und das unbeliebte Zwiebeln beim Abrutschen von der Line.

trick-artic2Lockerer gespannte Slacklines sind entsprechend schwerer zu kontrollieren, begünstigen aber die Intensität jener Tricks, welche weite Amplituden in Längs- und Querrichtung zur Line erfordern. Exemplarisch hierfür stehen das Surfen und  Bouncen. Letztgenanntes beschreibt eine wippende Auf- und Abwärtsbewegung im Stand oder Lauf ohne seitlichen Ausschlag der Line und erinnert an den Graph der Sinuskurve. Beim Springen verlassen deine Füße die Linie. Surfen ist eine seitliche, schwingende Bewegung. Unterdessen sieht man mehr und mehr Leute, die Backflips und Twists machen. Diese können sehr gefährlich sein.

Eine Sonderform lockerer Lines stellt die Rodeoline dar. Hierbei werden die Befestigungspunkte weit nach oben versetzt und die Line wird nur eingehangen. In diesem ungespannten Zustand ist die Line maximal slack und sehr schwer zu kontrollieren. Demnach sollte die Höhe der Line (in der Mitte), mit dem darauf befindlichem Slackliner nur knapp über dem Boden liegen um die Fallenergie der hier leicht eintretenden Abgänge gering zu halten. Bei dieser Spielart geht es zunächst darum sich laufend auf der Line zu bewegen und die Kontrolle zu behalten. Natürlich sind andere Tricks  mit genügend Übung auch ausführbar.

In den letzten Jahren entwickelten sich die Slacklinetricks zu beeindruckenden Manövern. Man kann allgemein dynamische von statischen Tricks unterscheiden. Statiktricks reichen von Standfiguren zu langsamen Bewegungen – vergleichbar mit Elementen aus Yoga und Tai Chi. Dynamiktricks sind durch schnelle Rotationen und Sprünge gekennzeichnet - vergleichbar mit Turnelementen am Reck und Sprüngen auf dem Trampolin. Wobei zu erwähnen ist das tollkühne Akrobatik nicht gleich Schwierigkeit bedeutet, denn so mancher „statische“ Trick ist schwerer als es auf den ersten Blick scheint.

Die Übergänge zwischen Dynamik- und Statiktricks sind fließend. Das stilvolle Aneinanderreihen von verschiedenen Tricks, sogenannten Kombinationen (Combos) gewinnt mehr an Bedeutung. Wie in einer Kür beim Turnen liegt der Reiz daran, die Einzelelemente elegant und fließend als Ganzes zu verbinden (im Flow).

trick-artic3Anregung und Inspiration gibt es mittlerweile ausreichend. Diese reichen von Videobeiträgen auf einschlägigen Internetseiten über Diskussionen in Foren zu deinen Slackline Freunden im heimischen Park. “Kopieren und Einfügen“ stellt eine Möglichkeit dar sein Portfolio zu erweitern.

Es bedarf aber keiner Definitionen und  Kategorisierung um sich mit der Slackline wohl zu fühlen und seinen eigenen Stil zu finden.

“Worum geht es mir beim Slacklinen?“ ist eine Frage die man sich ab und an stellen kann um seinen persönlichen Blick zu schärfen, sich selbst und damit auch den Sport weiterzuentwickeln.